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Die Menge wollte ihn stoppen – Jesus blieb stehen

Der blinde Bartimäus rief trotz der schimpfenden Menge weiter. Jesus hörte ihn, fragte nach seinem Wunsch und heilte ihn.

Höre heute auf den Menschen, den andere zum Schweigen bringen.

  • Markus 10,46–52
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🕊️ WAS PASSIERT MIT DEINEM KÖRPER, WENN ALLES VORBEI IST?

Zwei schwangere Frauen fallen sich im Bergland um den Hals, und eine von ihnen fängt an zu singen. Rund neunzehnhundert Jahre später definiert ein Papst, was mit dem Körper dieser Frau geschehen ist. Diese Entscheidung sagt auch etwas über deinen.

📖 Lk 1,39–5615. August 2026

Zwei schwangere Frauen im Bergland

Eine junge Frau geht über Land, ins Bergland von Judäa, allein und in Eile. Sie ist schwanger, und zu Fuß dauert dieser Weg von Nazaret aus mehrere Tage. Der Bericht erwähnt weder eine Begleitung noch ein Reittier.

Am Ziel wartet eine Verwandte, die ebenfalls schwanger ist und damit längst nicht mehr gerechnet hatte. Die beiden fallen sich um den Hals. Elisabet spürt in diesem Moment, wie sich das Kind in ihrem Bauch bewegt, und sie deutet die Bewegung als Antwort.

Und dann fängt Maria an zu singen. „Meine Seele preist die Größe des Herrn“ (Lk 1,46). Der Lobgesang füllt zehn Verse und heißt bis heute nach seinem lateinischen Anfangswort Magnifikat.

Das ist die Szene, die die Kirche am 15. August liest. Es geht darin durchgehend um Körper: zwei Bäuche, ein Weg zu Fuß, eine Umarmung, eine Stimme. Kein Satz darin ist abstrakt.

Gefeiert wird trotzdem etwas anderes

Zum Anlass passt diese Szene zunächst nicht. Der Tag erinnert nicht an die Begegnung im Bergland, sondern an das Ende von Marias Leben. Und da wird es unbequem, denn was die katholische Kirche an diesem Tag behauptet, klingt von außen nach Legende.

Ein Satz aus dem Jahr 1950

Am 1. November 1950 trat Papst Pius der Zwölfte vor eine große Menge auf dem Petersplatz und erklärte einen Satz für verbindlich. Maria wurde mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen. Das war keine fromme Meinung.

Es war eine Definition, die die Kirche als unfehlbar bezeichnet. Seit das Erste Vatikanische Konzil diese Möglichkeit im Jahr 1870 beschrieben hat, ist sie genau einmal in dieser Form gebraucht worden. Wer die Kirche für eine Behauptungsmaschine hält, sollte diese Zahl kennen.

Das eine Wort, das dort nicht steht

Bleib einen Moment bei einem einzigen Ausdruck stehen, denn an ihm hängt mehr als an allem, was sonst über diesen Tag gesagt wird. Der Text sagt nicht: „nach ihrem Tod“.

Er sagt: „nach Vollendung ihres irdischen Lebenslaufes“ (KK 966). Zitiert ist hier der Katechismus, das offizielle Handbuch, in dem die katholische Kirche zusammenfasst, was sie glaubt, von vorn bis hinten durchnummeriert. Die Nummer 966 lässt sich in jeder Ausgabe aufschlagen und mit dem Wortlaut von 1950 vergleichen.

Ob Maria gestorben ist, lässt die Kirche in ihrem feierlichsten Satz ausdrücklich offen. An der einen Stelle, an der sie alles hätte behaupten können, hat sie weniger gesagt, als sie könnte. Das ist eine Beobachtung am Wortlaut, die jeder selbst nachschlagen kann.

Der Erste, nicht der Einzige

Der Grund für das Fest steht in der Lesung aus dem ersten Korintherbrief. Paulus schreibt dort, Christus sei von den Toten auferweckt worden „als der Erste der Entschlafenen“ (1 Kor 15,20). Ein Erster eröffnet eine Reihe, sonst wäre er kein Erster.

Genau das behauptet dieser Tag. Die Auferstehung, der christliche Glaube, dass Gott Tote leibhaftig zu neuem Leben erweckt, betrifft nach dieser Lesung nicht nur einen Mann im Jahr 30. Sie betrifft auch eine Frau aus Nazaret, und danach den Rest.

Die Frau am Himmel hat keinen Namen

Die erste Lesung zeigt ein Bild. Eine Frau am Himmel, mit der Sonne bekleidet, den Mond unter den Füßen, einen Kranz aus zwölf Sternen auf dem Kopf (Offb 12,1). Um sie herum tobt ein Kampf, und ihr Kind ist in Gefahr.

Wer diesen Text zum ersten Mal liest, findet dort keinen Namen; es steht nirgends, dass die Frau Maria ist. Die Kirche liest das Bild doppelt, auf Maria und auf sich selbst. Wer darin einen nachträglichen Einbau vermutet, hat einen ernsten Einwand, den der Text allein nicht ausräumt.

Historisch entscheiden lässt sich das an dieser Stelle nicht, nachprüfbar ist aber etwas anderes, nämlich die Zusammenstellung selbst. An einem Hochfest, einem der höchsten Feiertage des kirchlichen Kalenders, sind alle vier Texte eigens für diesen Tag ausgewählt, auch die zweite Lesung. Diese Auswahl steht im Messbuch und lässt sich Zeile für Zeile nachschlagen.

An einem gewöhnlichen Sonntag wäre das anders. Dort läuft die zweite Lesung fortlaufend durch einen Brief und ist meist gar nicht auf das Evangelium abgestimmt. Wer an solchen Sonntagen eine Verbindung erfindet, entwertet damit die echten.

Was das mit deinem Körper zu tun hat

Du erlebst deinen Körper vermutlich als Projekt. Er soll funktionieren, aussehen und durchhalten, er wird gemessen, verglichen und optimiert, und mit den Jahren tut er trotzdem alles davon immer schlechter. Der Tag widerspricht dieser Erfahrung an keiner Stelle.

Er behauptet nur, dass dieser Körper nicht das Verpackungsmaterial der Seele ist. Maria steht dabei nicht als Ausnahme da, sondern als Erste einer Reihe, und in ihr sieht die Kirche, was Gnade, also Gottes unverdiente Zuwendung, am Ende aus einem Menschen macht. Das ist die Stelle, an der dieser Tag etwas riskiert, statt sich auf ein Gefühl zurückzuziehen.

Am Ende steht kein Auftrag und keine Übung für die nächste Woche. Die junge Frau, die ins Bergland lief, war zu Fuß unterwegs und außer Atem. Genau die ist gemeint.

Die Lesungen im Überblick

Samstag, 15. August 2026, Mariä Aufnahme in den Himmel, im Alltag meist Mariä Himmelfahrt genannt, liturgische Farbe Weiß. Für die Messe am Tag gelten diese Texte:

  • Erste Lesung: Offb 11,19a; 12,1–6a.10ab
  • Antwortpsalm: Ps 45 (44),11–12.16 u. 18
  • Zweite Lesung: 1 Kor 15,20–27a
  • Evangelium: Lk 1,39–56

Am Vorabend gibt es eine Vigil, einen eigenen Gottesdienst am Abend vor dem Fest, mit eigenen Texten:

  • Erste Lesung: 1 Chr 15,3–4.15–16; 16,1–2
  • Zweite Lesung: 1 Kor 15,54–57
  • Evangelium: Lk 11,27–28

Der 15. August 2026 fällt auf einen Samstag und verdrängt deshalb nicht den 20. Sonntag im Jahreskreis, der am darauffolgenden Sonntag, dem 16. August, gefeiert wird.

Gefeiert wird das Fest weltweit in der lateinischen Kirche, örtlich können ein Patronatsfest oder eigene Regeln zur Gottesdienstpflicht hinzukommen. Verlässlich ist der Plan für die Gottesdienste deiner Gemeinde.

Quellen

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🖼️ Titelbild KI-generiert · Gekennzeichnet nach AI-Act
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