WAS WIRD SONNTAGS GELESEN?
In vielen katholischen Gemeinden weltweit hören die Menschen an den meisten Sonntagen dieselben biblischen Lesungen. Normalerweise gehören dazu eine erste Lesung, ein Psalm, also ein biblisches Gebet oder Lied, eine zweite Lesung aus dem Neuen Testament, dem zweiten Hauptteil der Bibel, und ein Evangelium. Das Evangelium ist der Bericht über das Leben und die Botschaft Jesu. In der Osterzeit, den Wochen nach Ostern, ersetzt die Apostelgeschichte, das biblische Buch über die ersten Christen und die frühe Kirche, die Lesung aus dem Alten Testament, dem ersten Hauptteil der Bibel.
WIE FUNKTIONIERT DER DREIJAHRESPLAN?
Die Lesungen folgen einem dreijährigen Plan: Die drei Jahre heißen Lesejahr A, B und C. 2026 ist Lesejahr A. Die erste Lesung wird in der Regel mit Blick auf das Evangelium ausgewählt. Die zweite Lesung folgt meist fortlaufend einem Brief aus dem Neuen Testament. Deshalb ist sie nicht immer ausdrücklich auf das Evangelium abgestimmt.
WANN GELTEN ANDERE LESUNGEN?
Ein Hochfest, ein besonders wichtiger kirchlicher Feiertag, etwa Mariä Himmelfahrt, oder ein örtliches Patronatsfest, also ein Fest zu Ehren des Patrons, unter dessen besonderem Schutz die Kirche oder Gemeinde steht, kann die Lesung für den Sonntag im Jahreskreis, also für einen Sonntag außerhalb besonderer Festzeiten, ersetzen. Auch Regeln eines Bistums, also einer regionalen Kirchenleitung, oder eines Landes können Vorrang haben.
WELCHER PLAN GILT FÜR DICH?
Im Zweifel ist der Plan für die Gottesdienste deiner Gemeinde maßgeblich. Er zeigt, was dort tatsächlich gefeiert und gelesen wird.